Konzeptionsüberlegungen
Bildung/Schulentwicklung
Aus der Sicht der
Projektanbieter hat sich nicht erst seit Pisa ein Erwartungs- und Bewältigungsdruck
in Richtung Bildung und damit auch in Richtung Schulbehörden formiert, der sich
aus den 4 nachfolgend versprachlichten Aspekten ergibt:
- Die Globalisierung und
Internationalisierung des Denkens, Handelns und Wirtschaftens, die einen
hohen Bewältigungs- und auch Konkurrenzdruck erzeugt
- Die herausragende Bedeutung von
Information, Kommunikation und Wissen
- Wachsende Schwierigkeiten bei
der Steuerung komplexer werdender Systeme
- Die Verschiedenheit der
entstandenen Biografien und entwickelten Lebensstile
Alle 4 Aspekte haben
ambivalente Konsequenzen für die Menschen. Sie eröffnen neue Möglichkeiten und
bringen zeitgleich spezifische Gefährdungen mit sich. In jedem Fall verändern
sie aber die Vorstellung von Mensch und Welt und damit auch von Bildung.
Die Globalisierung, das
„In-der-Welt-Zuhause-Sein“, mit seinem Arbeitsplatz, mit seinem Lebensstandard,
seinen Konsumgewohnheiten, seiner Freizeitgestaltung und seinen privaten
Kontakten, verlangt nach Bereitschaft zu einem weltumspannenden Verstehen, zu
einer eigenständig-kooperativen Auseinandersetzung mit Wirklichkeiten und zu
einer gemeinsamen Verantwortung für die eine Welt, ohne dass die Identifikation
mit der eigenen Kultur, das „Im-Vertrauten-Zuhause-Sein“, vernachlässigt werden
dürfte.
Will man,
gesamtgesellschaftlich betrachtet, als Nation eine bedeutungsvolle Rolle im
Gesamtverbund der Nationen spielen, oder individuell betrachtet, die vielen
Annehmlichkeiten, die es in unserer Gesellschaft gibt, nur zu einem größeren
Teil erhalten, werden wir nicht an Tugenden wie Gemeinsinn, Mitgefühl, Fleiß,
Einsatz, Selbstverantwortung, Eigenaktivität, eigenständiges Denken und
Handeln, unternehmerische Mitverantwortung in allen Lebensbereichen,
‚prozessuales Beteiligtsein am Erwerb von Weltwissen’ , vorbeikommen.
Wenn Wissen der
wichtigste Produktions- und Überlebensfaktor des nächsten Jahrhunderts sein
soll, wird es weder ohne solide Grundlagenkenntnisse gehen - verbunden mit
Kompetenzen zum selbständigen Verfügbarmachen von Informationen - noch ohne Kategorien
zur Filterung und humanen Nutzung von Daten- und Informationsfluten.
Das
gesamtgesellschaftliche Ziel muss schon aus Gründen des friedfertigen
‚Miteinander-Leben-Könnens’ der Generationen und Ethnien folgendermaßen lauten:
Die Komplexität und die Vernetzung
der Systeme verstehen und darstellen können, Widersprüche und Ambivalenzen
akzeptieren und aushalten können, rationale und emotionale Problemlagen
zulassen können und alte Wissensarchitekturen zur Problemlösung ermitteln
können, um neue Lösungsmuster, die größere Komplexität zulassen, entdecken zu
können.
Die potentielle Vielfalt
an Bastelbiografien verlangt junge Menschen, die selbstreflexiv, engagiert und
sozialverantwortlich denken und handeln lernen.
Elektronische Medien als
Gestalter von Kommunikation in nahezu Echtzeit, überall auf der Welt, als
Übermittler von Information und Wissen, sind unabdingbar zu beherrschende
Instrumente der nachwachsenden Generation. Auch das Erlernen und
Einsetzen-können von Sprachen spielt in einer multinationalen Welt eine nicht
zu unterschätzende Rolle. Und das alles unter dem Druck die Schulzeit im Zuge
der europäischen Angleichung um ein Jahr zu verkürzen.